Trauerredner werden | Ausbildung vom Experten

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Trauerrede mal anders

Wie eine Trauerrede gelingt

Viel zu viele Menschen haben bereits unpersönliche und langweilige Trauerreden auf Beerdigungen gehört.

Und auch wenn sich der Verstorbene nicht mehr wehren kann, für die Angehörigen ist eine derartige Trauerrede eines Redners eine zusätzliche Last, die es zu verdauen gilt.

Man möchte sich in Würde von dem geliebten Verstorbenen verabschieden und lange trostvoll auf den Tag der Trauerfeier zurückschauen – aber das funktioniert nur mit einer guten Trauerrede, die die richtigen Worte beinhalten.
Wie kann ich die Trauerrede einmal ganz anders schreiben und halten, damit Sie positiv überrascht und diesen doch schmerzhaften Tag eine schöne Note gibt?

Vielleicht wurden Sie als Angehöriger gebeten eine Rede zu halten und wollen die Menschen nun mit guten Worten beschenken. „Was für eine Aufgabe“ haben sie gedacht!

Hier kommen meine 6 Tipps und Ideen, auch für professionelle Trauerredner, für das Schreiben und Halten einer gelungene und ganz anderen Trauerrede:

Die Trauerrede mal anders

Trauredner werden | Martin Lieske auf einer Hochzeit

Die wichtigsten sechs Punkte

1. Es geht um das Leben und nicht um das Sterben

Viele Reden von Trauerredern und auch Pfarrern sind oftmals leider unpersönlich, da viel über den Tod und das Sterben geredet wird.
In der Regel ist es aber so, dass das Leben Gott sei Dank länger ging als der Prozess des Sterbens.

Wir haben somit viel mehr Inhalte zur Verfügung, wenn wir auf das Leben, die damit verbundene Lebensfreude schauen, als auf die letzte oftmals schwierige Zeit.
Traurige Worte, Fragen über den Tod oder die Bedeutung des Todes, werden als letzte Worte nie eine Hilfe sein. 

Schauen wir auf die wichtigen Beziehungen die ein Mensch geführt hat, auf die Kunst, die er geliebt hat, auf die Leidenschaft, die man mit ihm immer noch verbindet, auf seine Ansichten über die Welt, seinen Glauben, auf die Zitate an die wir uns gerne auch am Grab erinnern:
Einfach auf das Leben und nicht auf das Sterben.

All das wird bei den Trauergästen ein viel tröstlicheres Gefühl hinterlassen, als jedes Wort eines Trauerredners, welcher es durch seine bedächtigen und und traurigen Sätzen noch schwieriger macht, als es ohnehin schon ist.

2. Sei ehrlich

Beginne Deine Rede mit einem ehrlichen Statement wie es in Dir aussieht.
Das wird jeden Menschen abholen und ihm die Möglichkeit geben, sich selbst sein zu dürfen.
„Ganz ehrlich? Ich bin richtig traurig und würde am liebsten die Zeit zurückdrehen und mit Helga noch mal einen Weißwein trinken dürfen.“
oder:
„Normalerweise fehlen mir die Worte nicht, aber heute ist so ein Tag, an dem ich am liebsten nur geschwiegen und geweint hätte“.

Diese Ehrlichkeit hilft den Menschen auf Trauerfeiern immer mehr als Standartsätze.
Es öffnet die Herzen der Angehörigen und Freunde und sie werden weiter gerne zu hören.
Auch Deine letzten Worte Deiner Ansprache sollten Dein ehrliches Empfinden ausdrücken.

3. Lobe im Detail

Die Zuhörer und Zuhörerinnen wollen eine ehrliche Rede und keine steife Lobhudelei, die allgemeine Sätze beinhaltet, welche man auf jeder Beerdigung sagen könnte.
Beispielsweise: „Er war wirklich ein großartiger Mensch“. Oder „Er war für alle eine echte Stütze“.

Beschreibe viel mehr WARUM er ein großartiger Mensch war und welche erlebten Situationen ihn als Stütze gezeigt haben.
„Wir haben Olaf immer bewundert, wie genial und exakt er unsere jährlichen Ausflüge an die Mosel geplant hat. Da stimmt jedes Detail. Und wenn dann etwas außerplanmäßiges passierte, war Olaf immer in der Lage die Ruhe zu bewahren. Ganz egal ob ein Baum umfiel oder die ursprünglich geplante Gaststätte abbrannte.“

Jede Person hat wunderbare Eigenschaften, die immer Bestandteil einer guten Grabrede sein sollte. Denn diese Erinnerungen an eine Person wollen die Menschen auf Bestattungen mit nehmen.

4. Rede mit den Verstorbenen

Für manche ist dies sehr schwer vorstellbar, für andere genau das „anders“ was Sie sich wünschen an Worten in einer Trauerrede:
Das Ansprechen des Verstorbenen während der Rede der Beerdigung.
Das kann zum Beispiel so auf einer Beerdigung beginnen:

„Liebe Helga, erst einmal sollst Du wissen, dass wir Dich sehr vermissen, vor allem Deinen Humor, Deinen Apfelkuchen, die Wanderungen mit Dir, aber am meisten Deine unglaubliche Liebe. Jetzt sind wir hier, um uns von Dir zu verabschieden.“
oder:
„Detlef, wir werden uns bestimmt wieder sehen. Und oben im Himmel müssen wir noch dringend über drei Dinge reden!
Erstens über Dein Grillkünste. Ich habe so oft zu geschaut und anschließend genossen. Warum schmeckt es bei mir aber nie so gut wie bei Dir?
Zweitens…“

Vielleicht fällt Ihnen schon beim Lesen auf, dass diese Sätze interessanter sind als das, was sie bisher von Rednern auf Trauerfeiern gehört haben. Man kann sehr gut mit diesen Worten eine Trauerrede starten oder es sind die letzten Worte der Rede. Oft beinhaltet solch ein Inhalt in aller Trauer oftmals etwas ersten Trost in dem startenden Trauerprozess.

5. Zeige und verteile Gegenstände

Als Redner habe ich einmal eine Trauerfeier gehalten für Rainer, dessen große Leidenschaft das Füttern der Vögel am Rhein war. Er hatte wirklich eine besondere Beziehung zu diesen Tieren.
Inmitten meiner Rede holte ich viele kleine Tüten Vogelfutter heraus.
Nachdem ich von dieser Leidenschaft erzählte, bekamen alle Hinterbliebenen auf der Trauerfeier eine kleine Tüte als Geschenk mit der Bitte damit die Vögel am Rhein zu füttern und Sie ganz herzlich von Rainer zu grüßen. Da hörte man sogar das ein oder andere leise Lachen. Erinnerungen wurden bei vielen wach.

Das hatten noch keiner der Anwesenden erlebt, das Feedback war großartig und die Vögel müssen auch ganz begeistert gewesen sein.
Es besteht auch die Möglichkeit anhand eines Gegenstandes einen Menschen und seine Persönlichkeit zu verdeutlichen. So hörte ich in der Ausbildung für Trauerredner eine Rede über einen Rosendiamanten. Der Reder brachte den Rosendiamanten mit und zeigte anhand der Eigenschaften des Diamanten die Eigenschaften des Menschen.
Viele Trauernde werden Dank solch eines Gegenstandes die Grabrede ganz anders erleben, mit Ihrer Trauer anders umgehen können und den Menschen lange in Erinnerung behalten.

6. Auf die Verstorbene anstoßen

Jetzt wird die Trauerrede für alle Trauergäste wieder ganz anders!
In der Regel hat jeder ein Lieblingsgetränk was er öfters von Herzen genießt, auf was er sich freut.
Dies ist tatsächlich kein ganz unwesentlicher Lebensinhalt eines Menschen.
Warum nicht dieses Getränk zum Wohl des Verstorbenen während der Trauer Rede austeilen und auf sie anstoßen?

Tatsächlich hat diesen Wunsch eine schwer kranke Frau selbst im Gespräch mit mir geäußert.
„Bitte stoßt auf mich an“ war Ihr großer Wunsch für die Trauerfeier.
Und so stießen wir auf Sie mit ihrem Lieblingscocktail in der Kapelle des Friedhofes an. Der Einsatz einer mobilen Cocktailbar machte dies möglich.

Aber ich habe als Trauerredner auch schon im Friedwald oder auf den Friedhof mit den engsten Angehörigen zum Abschied des geliebten Menschen einen Sekt getrunken, eine besondere Limonade und auch schon eine eiskalte Cola. So lange es den Trauergästen gut tut – helfe ich gerne mit, Erinnerungen auf diese Weise fest zu machen.

Ich möchte allen Mut machen, die Trauerrede man anders zu gestalten.
Aus meiner Erfahrung als Redner heraus kann ich berichten, dass die Angst der Trauergemeinde vor langweiligen und unpersönlichen Reden groß ist.
Wir dürfen aber kreativ und bunt über Menschen, über das Leben des Verstorbenen berichten, denn es gibt nichts Spannenderes als den Menschen selbst.

Wer auf der Suche nach einem Trauerredner ist, der kreative Trauerreden hält, kann hier den passenden Redner oder Rednerin für sich finden: Die Agentur

Beste Grüße,

Martin Lieske

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