Trauerredner und Bestatter helfen in der Kirche

Foto: Andreas Teichmann

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Die 7 wichtigsten Punkte bei der Zusammenarbeit zwischen Trauerredner und Bestattern

Teamwork Trauer

Ihr interessiert Euch für den Beruf der Trauerrednerin?

Dann seid Ihr in diesem Blogbeitrag genau richtig! Hier bekommt Ihr in wenigen Minuten nützliche Tipps und Ratschläge, wie man sich als Trauerrednerin und Trauerredner professionell verhält und die Zusammenarbeit mit Bestatterinnen und Bestattern verbessert. Denn eine gute Zusammenarbeit zwischen Bestattern und Trauerrednern ist essenziell, um persönliche, wertschätzende und gute Trauerzeremonien gemeinsam zu gestalten.

Dabei ist für mich ein Kerngedanke besonders wichtig! Seid Euch immer bewusst, dass Ihr zusammen mit den Bestatterinnen ein gemeinsames Ziel verfolgt. Die Erarbeitung und Planung der letzten Zeremonie für einen Menschen, die echt, persönlich und innovativ sein soll, führt Eure Wege zusammen.

Deshalb habe ich auch den Begriff Teamwork Trauer in der Überschrift benutzt. Wenn man die Aufgabe der Trauerfeier mit all ihren Komponenten nämlich als Teamarbeit versteht, wird das Ergebnis so, wie man es sich wünscht – ein würdevoller Abschied eines/r Verstorbenen.

In diesem Zusammenhang gebe ich Euch meine 7 wichtigsten Keypoints für Eure Zusammenarbeit mit den Bestattungsinstituten an die Hand. Damit stecht Ihr als professionelle Redner und Rednerinnen bei Eurer Tätigkeit heraus und stellt eine würdevolle Trauerzeremonie auf die Beine, die die Teilnehmenden nicht vergessen werden. Das merkt Ihr vor allem daran, dass sie Euch bei Eurer Trauerrede folgen.

Was meine ich mit folgen? Wenn über das Folgen einer Trauergemeinde bei der Zeremonie eines/r Verstorbenen gesprochen wird, verstehe ich darunter, dass Euch die Anwesenden Aufmerksamkeit entgegenbringen. Dies bemerkt Ihr durch deren Blickkontakt und auch durch die Bestätigung Eurer Worte. Wenn Ihr wahre Worte über die Person sprecht, dann werdet Ihr bestätigt. Dies hat nicht nur zur Folge, dass Euch die Leute folgen, sondern zudem Eure Personenmarke positiv beeinflussen. Redner und Rednerinnen, die die Wahrheit über Menschen sprechen, wird Glauben geschenkt und werden gebucht.

Außerdem möchte mit solchen Rednern und Rednerinnen auch jedes Bestattungshaus kooperieren!

Trauerrednerin spricht eine Rede

Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Trauerredner und Bestatter?

Trauerredner in der Kirche
Vorbereitung einer Trauerfeier | Foto: Andreas Teichmann

Wie ich in meiner Einleitung bereits angerissen habe, ist für mich die gute Trauerzeremonie ganz klar Teamwork. Sie wird durch das Zusammenspiel von Trauerredner und den Bestatter bei ihrer Tätigkeit geprägt.

Nachfolgend möchte ich Euch meine 7 Keypoints für die gemeinsame Aufgabe der Bestatterinnen und Trauerrednerinnen an die Hand geben. Damit startet Ihr gleich mit einem Wissenstand, der Euch bei Eurer Tätigkeit von anderen Trauerrednern abhebt, sodass Bestatter gerne mit Euch zusammenarbeiten werden.  

1. Informationsaustausch

Bei der gemeinsamen Arbeit ist es sehr gut, sich gegenseitig über die Inhalte und den Ablauf der Trauerfeier und Trauerrede auf dem neuesten Stand zu halten. Mit dem Auftrag erlangt Ihr die Informationen, die zuvor aus dem Beratungsgespräch und der Trauerbegleitung mit den Hinterbliebenen der Verstorbenen in Erfahrung gebracht worden sind. Im Laufe des Trauergesprächs mit den Angehörigen kann sich noch einiges am Ablauf oder z.B. der Musik ändern, worüber die Bestatter informiert werden sollten.

Sprecht also nach Eurem Trauergespräch mit dem Bestattungsinstitut über die Trauerfeier und Trauerrede und stellt ihnen einen Ablaufplan der Beerdigung zur Verfügung, damit die Beisetzung geplant werden kann und es eine professionell organisierte Bestattung wird.

2. Respekt

Respekt ist ein selbstverständlicher Grundwert für die Zusammenarbeit von Menschen. Dennoch möchte ich herausstellen, dass ein respektvoller Umgang zwischen Trauerrednerin und Bestatterin das Arbeiten für beide Seiten angenehmer gestaltet. So werden keine künstlichen Probleme geschaffen, die von der eigentlichen Aufgabe ablenken, dass die Verstorbenen und dessen oder deren Angehörige eine wertschätzende und würdevolle Trauerzeremonie erhalten, bei der nichts schief geht.

3. Ehrlichkeit

Fehler dürfen passieren – Meiner Meinung nach ist Ehrlichkeit zu einem Skill geworden. Es ist heutzutage einfach, Fehler nicht zu kommunizieren oder die Schuld bei anderen Menschen zu suchen. Fehler jedoch offen zuzugeben, ist eine Stärke, die ich an Personen und Trauerrednern schätze.

Eine Dozentin von mir sagte einmal: „Bei der Trauerfeier gibt es keine Generalprobe – Wir haben immer Premiere!“ Umso wichtiger ist es im Rahmen der Vorbereitung der Beerdigung Fehler schnell zuzugeben, um sie noch korrigieren zu können.

4. Verlässlichkeit

Die Bestattungshäuser müssen sich auf Euch verlassen können.
Wenn Ihr den Auftrag der Bestattung annehmt und dabei eine Familie in ihrer Situation der Trauer nach dem Tod eines Familienmitglieds begleitet, dann müsst Ihr als Trauerredner zuverlässig sein. Die Institute können Euch nicht auf Schritt und Tritt kontrollieren und das sollen sie auch gar nicht müssen.

Ihr übernehmt die Planung des Trauergespräches mit den Angehörigen und der Trauerzeremonie. Das erwartet der oder die Bestatterin von Euch, wenn er oder sie Euch eine Trauerrede halten und somit einen Todesfall begleiten lässt.

5. Pünktlichkeit

Die Bestattung ist immer eine Premiere – und da kommt man nicht zu spät!

Nichts ist für Bestatter schlimmer als Trauerredner, die zur Trauerfeier nicht rechtzeitig oder gar nicht erscheinen. Oftmals sind vor und/oder nach der Trauerfeier weitere Zeremonien anderer Bestatterinnen geplant, weshalb man selbstverständlich die Beisetzung nicht einfach verschieben kann. Alles ist genau auf diesen Zeitpunkt abgepasst.

Deshalb schaut Euch den Weg zum Friedhof ganz genau an, plant genügend Zeit ein und erkundigt Euch bei eurem/r Ansprechpartner, Ansprechpartnerin, falls Ihr den Friedhof oder den Weg zur Trauerhalle noch nicht kennt, damit Ihr zur Trauerfeier pünktlich seid.

6. Professionelles Auftreten

Ihr seid der verlängerte Arm eines Bestattungshauses. Eure Trauerrede und Euer Auftreten bei der Bestattung fallen positiv und negativ auf die Bestatterinnen zurück. Demnach müssen sie sich darauf verlassen können, dass Ihr als Gesamtpaket professionell auftretet und dem Vertrauensvorschuss gerecht werdet.

Macht Ihr Eure Arbeit gut, so festigt Ihr Eure Arbeitsbeziehung zum Bestattungshaus. Beide Seiten sind zufrieden, verlässliche Partner an der Seite zu haben.

Unter diesem Punkt würde ich auch Eure Werbepräsenz zuordnen. Dazu zählen Eure On- und Offlinewerbemittel, wie z.B. Website, Flyer oder Social Media Accounts. Die Bestattungshäuser werden sich digitalisieren und da ist es von großem Vorteil, z.B. eine Hörprobe von Euch für die Angehörigen zur Verfügung zu haben.

Aber keine Angst, wenn Ihr bei Euren ersten Aufträgen noch nicht alles parat habt. Ich bin der Meinung, dass das Ganze ein Prozess ist, den man auch mit den Bestattern kommunizieren kann. Da wären wir nämlich auch wieder bei dem Thema Ehrlichkeit.

 Wenn mir eine Rednerin oder ein Redner bei dem Vorstellungsgespräch seine Geschichte erzählt und erwähnt, dass er oder sie gerade erst in diesem Berufsfeld startet und dementsprechend medial noch nicht so präsent ist, habe ich doch dafür Verständnis, oder?

7. Innovation

Die Bestattungskultur und somit Bestattungen sind im Wandel. Das merken die Bestatter und Friedhofsverwaltungen bei ihrer Tätigkeit, aber auch Angehörige kommen immer informierter zum Thema Tod, Bestattungen, Trauerfeiern und Trauerreden ins Bestattungshaus. Während dem Trauerfall möchten Sie in ihrer Situation mit Empathie und Sensibilität begleitet werden. Dies resultiert daraus, dass das Interesse zum Thema Bestattung immer größer wird und die Informationen zum Beruf aufgrund sozialer Medien, dem Internet, aber auch dem Fernsehen leichter zugänglich sind.

Wenn Ihr also neue Ideen habt, Eure Trauerreden und -zeremonien anders zu gestalten, dann bringt Sie gerne in Absprache mit Eurem Bestattungshaus mit ein.

Allerdings würde ich vorschlagen nicht sofort mit der Tür ins Haus zu fallen und alles direkt bei Eurem ersten Auftrag verändern zu wollen. Lernt Euch erst einmal kennen und dann könnt Ihr einschätzen, wie die Bestatterinnen gegenüber Veränderungen eingestellt sind.

Schlussendlich ist es aber immer die Entscheidung der Trauernden und vor allem der Verstorbenen, z.B. mit einer (Bestattungs-) Vorsorge, über die Rede, Worte und Bestattung zu entscheiden!

Abschließende Worte

Zum Ende möchte ich für Euch herausstellen, dass Ihr Euch bewusst sein solltet, dass Ihr in Eurem Beruf zusammen mit den Bestatterinnen ein gemeinsames Ziel habt. Dies ist, eine würdevolle, wertschätzende und wahre Trauerzeremonie zu organisieren, so wie die Hinterbliebenen und der oder die Verstorbene sie sich vorstellen. Wenn man sich das bei der Planung und Erarbeitung immer wieder vor Augen hält, dann steht einer guten Zusammenarbeit nichts im Wege.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Blogbeitrag die passenden Worte gefunden habe, um Euch zu helfen.
Falls Ihr Anregungen oder weitere Fragen zum Thema Zusammenarbeit zwischen Bestattern oder Trauerrednern habt, sendet sie per E-Mail an ausbildung@freieredner.com.

Herzliche Grüße,
Euer Robin Lelgemann

Robin Lelgemann | Trauerredner und Bestatter
Foto: Fotostudio Heckmann

Quickinfo zum Autor

Robin Lelgemann – Ich bin hauptberuflich ein junger Bestatter aus Essen und arbeite in dem Bestattungshaus meines Vaters. Meine Vision ist es, offener über Trauerfeiern zu sprechen und so den Abschied eines jeden Menschen und Verstorbenen wertschätzender und persönlicher zu gestalten. Das Ganze sehe aber nicht nur ich so.

Auch das Team der Freien Redner*innen unterstützt diese Vision – Nachdem ich mit ihrer Hilfe eine Ausbildung zum Trauerredner (IHK) gemacht habe, darf ich mich stolz zum Teil des neuen Social Media Teams zählen. Seitdem arbeiten wir täglich weiter an neuen Ideen, um den Abschied eines Menschen, gemeinsam mit Dir und Euch als Freie Trauerredner*innen, würdevoller, echter und mit mehr Nähe zu gestalten, denn das sind wir den Trauernden und Verstorbenen schuldig.

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