Blog | Trauerfeiern für Kinder

Foto: Andreas Teichmann

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Trauerfeiern für Kinder

Blog | Trauerfeiern für Kinder

Trauerfeiern für Kinder sind und bleiben Herausforderungen für alle Redner*innen, ganz gleich wie erfahren sie sind. Gerade denjenigen, die noch nie eine solche Zeremonie abhalten mussten, möchten wir Mut machen, diese Herausforderung anzunehmen. Die folgenden vier Tipps sollen dabei helfen.

1. Du kannst nicht trösten, wo es nichts zu trösten gibt

Für uns Redner*innen ist es wichtig, dass wir uns bewusst machen: Es gibt einen Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl. Auch wenn beide Emotionen sehr eng beieinander liegen, so handelt es sich nicht um ein und dieselbe.

Wer Mitleid empfindet, projiziert das Leid, das er oder sie sieht, auf sich und das eigene Leben. Wir stellen uns also vor, wie schlecht es uns an Stelle der Betroffenen gehen würde. Dieses Gefühl kann uns lähmen. Wir sind dadurch nicht mehr in der Lage, unsere unterstützende Rolle als Redner*innen auszuführen.

Anders ist es, wenn wir Mitgefühl für die Betroffenen haben. Mitgefühl bedeutet, dass wir in der Lage sind, uns in andere hineinzuversetzen, ohne diese Gefühle für uns annehmen zu müssen. Fühlen wir mit jemanden mit, haben wir ausreichend emotionalen Abstand, um eine objektive Sichtweise einzunehmen. Das ist der Schlüssel, um in diesem Moment der Fels in der Brandung zu werden.

Mitgefühl nimmt wahr, fühlt mit und kann dennoch handeln. Atme also vorher gut durch und werde dir bewusst, was deine Aufgabe in diesem Moment ist.

2. Deine Rolle

Oft hat man das Gefühl, Menschen mit dem Verlust eines Kindes auch therapeutisch begleiten zu müssen. Hier ist es wieder wichtig, dass du Dich als Redner und Rednerin auf das fokussieren, was deine eigentliche Aufgabe ist: Die Trauerfeier! Du übernimmst keine therapeutische Rolle und musst keine psychologische Hilfestellung geben. Dafür gibt es andere Angebote und Anlaufstellen – Trauerbegleitungen, Trauergruppen, Seelsorge und Beratungsstellen sozialer Einrichtungen – auf die du natürlich aufmerksam machen darfst.

3. Was ist wichtig beim Gespräch mit den Eltern?

Das Vorgespräch liefert uns den Inhalt für unsere Rede. Allerdings kann man sich im Vorfeld nicht allzu sehr darauf vorbereiten. Du darfst es auf dich zukommen lassen!
Du wirst auf Menschen treffen, die solch einen Schmerz empfinden, dass es sehr lang dauern kann, bis sie in Worten ausdrücken können, was sie gerade fühlen. Du triffst auf Menschen,
die vom Leben enttäuscht sind, die von Gott enttäuscht sind. Und es gibt in so einer Situation nicht einen Satz, der die Betroffenen auf einen Schlag wieder glücklich machen kann. Gib Menschen hier die Bestätigung, dass sie wütend und traurig sein dürfen. Und sie dürfen hier und jetzt, direkt vor dir im Gespräch komplett hoffnungslos sein.

Gerade in solch einer Situation ist es wichtig, eine gesunde Balance zwischen dem Reden (Fragen stellen etc.) und dem Zuhören zu haben, wobei das Zuhören überwiegt.

Nimm für so ein Gespräch nichts weiter mit, als ein weißes Blatt Papier und einen Stift.

4. Und der Inhalt deiner Rede?

Mein letzter Punkt betrifft die Frage, die dich vielleicht am meisten umtreibt: Worüber kann ich in aller Welt sprechen, wenn ein Kind kaum gelebt hat?

Auch wenn das Leben, das Du verabschieden darfst, nur sehr kurz war, gibt es immer etwas, worüber Du in Deiner Rede sprechen kannst.

Frage zum Beispiel sensibel nach der erlebten Schwangerschaft. Oft erlebt die Familie in dieser Zeit eine positive Veränderung: die Familie oder die Partner sind in dieser Zeit enger zusammengerückt oder die Schwangerschaft hat dazu geführt, dass die Familie in dieser Zeit ihre Verantwortung neu überdacht und wahrgenommen hat.

Du kannst auch nach Werten fragen, die durch das Ereignis sogar noch bestärkt wurden oder nach Wünschen, die die Eltern ihrem Kind mitgeben möchten.

All die Antworten, die Du darauf bekommst, sind Zeichen von wertvollen Spuren, die das Kind im Leben der Familie hinterlassen hat. Spuren, die zeigen, dass es da war, obwohl es möglicherweise noch nicht einmal das Licht der Welt erblicken durfte. Und gerade Eltern von Sternenkindern werden dankbar sein, dass da jemand ist, der diese Tatsache anerkennt und würdigt.

Ich wünsche allen Trauerredner*innen alles Gute für all die zukünftigen Trauerfeiern. Und möchte euch einmal mehr an das erinnern, was jeder Mensch – egal ob groß oder klein – verdient hat: eine gute Zeremonie!

Daniel Hascher

“Du bist noch kein Trauerredner, möchtest es aber werden? Dann haben wir genau die richtige Ausbildung für dich. In unseren Trauerredner-Seminaren in Präsenz oder Trauerredner-Webinaren online bereiten wir Dich auf alle Herausforderungen vor, die Dir begegnen werden und statten Dich mit allen Fähigkeiten und Fertigkeiten aus, um nach der Ausbildung direkt als Trauerredner loszulegen”.

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