Interview mit Traurednerin Gabriele Mertesdorf

„Endlich tue ich etwas mit Wert“ – Interview mit Traurednerin Gabriele Mertesdorf

Gabriele war bei einem unserer ersten Seminare dabei und ist seitdem Freie Rednerin für Freie Trauungen, Kinderwillkommensfeste und Beerdigungen im Raum München.

Wenn man Gabriele kennenlernt, merkt man eins sofort: sie ist begeistert vom Leben. In der Vergangenheit hat sie gezeigt, dass es sich lohnt, sich immer wieder neu auf das Leben einzulassen, sich begeistern zu lassen und sich menschlich weiter zu entwickeln.

Gabriele kann nicht nur sprechen, sie kann auch singen. Im Interview hat sie mit uns zum Beispiel über die Herausforderung nicht als „redende Sängerin“ abgestempelt zu werden und ihr liebstes Erlebnis auf einer Trauung gesprochen.

Wie lief Dein Start als Traurednerin? 

Zu Beginn habe ich oft gehört „Ach, sie ist Sängerin und jetzt redet sie ein bisschen“. Ich wurde als Traurednerin nicht wirklich ernstgenommen. Es stimmt, singen und sprechen sind zwei Paar Schuhe und beides will gelernt sein. Ich habe in beiden Bereichen Ausbildungen absolviert und somit waren die Kritiker auch still, sobald sie eine meiner Trauungen erlebt haben 🙂

Warum hast Du Dich dazu entschieden Freie Rednerin zu werden? 

Ich vertraue auf das „Geführtsein“ im Leben. Ich habe damals ganz klare Impulse in die Richtung erfahren, musste etwas Mut aufbringen, aber ich bin ihnen gefolgt und habe es nie bereut.

Was gefällt Dir am meisten an Deinem Beruf? 

Das Gefühl zu haben zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein! Zum Gelingen eines besonderen Tages beizutragen. Seitdem ich begonnen habe, hat mich nie das Gefühl verlassen, endlich etwas mit wirklichem Wert zu tun. Das schätze ich so sehr!

Dein liebstes Erlebnis auf einer Trauung?

Ein kleiner Junge kam einmal mitten in der Zeremonie nach vorne und sagt: „ich habe heute Geburtstag“

Puh, was soll man da machen? Wir haben uns kurz unterhalten, er hat sich zu mir gestellt und dann habe ich gesagt: „neben der Hochzeit von „Susi“ und „Peter“ haben wir noch ein ganz besonderes Ereignis: „David hat heute Geburtstag, er wird 9 Jahre alt“ alle Gäste haben ihn beklatscht und danach erhielt er einen Ehrenplatz in der ersten Reihe.

Warum bietest Du auch Beerdigungen an? 

Ich versuche das Leben als Ganzes zu sehen. Dazu gehört die Freude über die Geburt eines Kindes, die wahrlichen Hoch-Zeiten und auch das Abschied nehmen.

Des Weiteren faszinieren mich die Lebensläufe der Menschen. Jeder einzelne bringt kleine und große Geschichten mit sich. Den Angehörigen zuzuhören, sie tröstend zu begleiten und vor allem die Verstorbenen und deren Angehörige zu würdigen, ist eine verantwortungsvolle aber sehr wertvolle und schöne Aufgabe.

An diesem Punkt des Lebens kann ich mit Worten so viel Einfluss nehmen, einen würdigen Abschied und vielleicht sogar ein bisschen Heilung und Frieden schenken. Deshalb bin ich gerne Trauerrednerin.

Was ist Dein Rat an Menschen, die vor der Entscheidung stehen ob sie Freier Redner werden wollen? 

Seid Euch bewusst, dass Ihr einerseits im Mittelpunkt steht und andererseits eine dienende Funktion habt. Ihr seid die unsichtbaren Puppenspieler im Kasperletheater, ihr leiht den Figuren Eure Stimme, damit letztendlich das Paar im Mittelpunkt stehen und leuchten kann. Das ist das Allerwichtigste!

Vielen Dank für das spannende Interview, liebe Gabriele!

Mehr über Gabriele erfahrt Ihr auf ihrem Redner-Profil.

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